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Über den Stand von Windows auf dem Desktop

Aus dem Englischen übersetzt:
http://www.brankovukelic.com/2013/01/on-state-of-windows-on-desktop.htmlvon Branko Vukeli (CC-A-SA)

Ich habe dieses Linux-System auf meinem PC welches mittlerweile ein bisschen langweilig ist (nein, es stürzt nicht aber oder so … Mir wurde einfach ein bisschen langweilig), also beschloss ich es mit Windows 7 zu ersetzen (einige Freunde sagten mir ich solle es gar nicht erst mit Windows 8 probieren, da es eine erweiterte Oberfläche hat die niemand bisher verstanden hat).

Ich habe die Messlatte wirklich nicht zu hoch gesetzt: Ich hoffte nur eine schöne benutzerfreundliche Oberfläche zu haben, meine E-Mail in meinem Maildir nutzen zu können und vielleicht meine Video-Sammlung auf einer externen Festplatte anzuschauen. Du weißt schon, die üblichen Sachen, die ich mit Linux jeden Tag mache.

Bitte beachte, dass dieser Artikel eine Parodie von dem ist, was einige Windows-Benutzer über Linux schreiben. Die hier beschriebenen Ereignisse haben nicht tatsächlich stattgefunden. Allerdings basiert der Artikel auf den Erfahrungen des Authors mit dem Windows 7 Betriebssystem.

Ich wollte mir nicht direkt ein neues Betriebssystem installieren. Ich wollte es zuerst nur ausprobieren. Also habe ichWindows Live” in meinem Browser-Suchfeld eingetippt um eine Live-Version, vorzugsweise ein USB Abbild zu finden. OK, also Windows Live war nicht eine Live-Version von Windows, sondern eine Art von Service für den man sich registrieren muss. Ich denke es ist so etwas wie Ubuntu One. Nicht sicher. Außerdem stellte sich heraus, dass ich es eigentlich kaufen müsste bevor ich etwas mit ihm machen könnte. Es gibt tatsächlich keine richtige Live-Version von Windows 7.

Ich kann verstehen, warum es keine kostenlose Version gibt (na ja, nein, ich kann nicht, aber lass mich mal nur so tun), aber warum zum Henker gibt es keine Live-CD? Im 21. Jahrhundert, ich glaubte fest daran, jedes Betriebssystem könnte von einer CD oder einem USB-Stick starten mir einen Eindruck vermitteln bevor ich mich dafür entscheide.

Ich rief einen meiner Freunde an, ich wusste, dass er einige Erfahrung mit Windows hat. Er sagte mir, dass ich eine kostenlose Kopie von einer Torrent-Site herunterladen und einen passenden Registrierungsschlüssel erhalten kann. Ich weiß nicht was das ist, aber ich dachte, frei ist immer noch besser als $200 für ein System zu bezahlen das ich nicht kenne.

Also bekam ich eine Iso-Datei. Ich hatte das Glück eine Kopie mit diesem Registrierungsschlüssel Dings zu finden. Ich beschloss, sie zu booten und zu sehen was passiert.

Leider hat mir der Bootloader wieder keine Live-Version angeboten, stattdessen fing er an das System zu installieren. Der Installer sollte einfach sein …. oder so, dachte ich, bis ich das Partitionierungs-Fenster erreichte. “Was ist dieses Ding?” dachte ich. Es erkannte keine Linux-Partitionen. Es gab auch keine Möglichkeit die Größe einer Partition zu ändern um Platz für Windows zu machen.

Nicht durch den unausgereiften mittelalter Partitionierer entmutigt startete ich GParted Live und verkleinert schnell einer meiner Partitionen und machte zwei 10GB Partitionen Platz. Eine für die Dateien der Benutzer und eine für System-Dateien.

Zurück im Installationsprogramm formatiert ich die beiden Partitionen als NTFS.

Ich will dich nicht mit dem Rest der Installation langweilen, da es wirklich langweilig war. Lass mich nur erwähnen, falls du es nicht weißt, es gibt keinen root unter Windows. Wirklich. Im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen hat Windows ein spezielles Konto, den “Administrator”, ich könnte mir vorstellen, dass das etwas ähnlich ist wie root.

Als ich zum ersten Mal startete war meine Grafik total verstellt, es war nichts zu hören, und ich konnte mich nicht mit meinem WLAN-Netzwerk verbinden. Meine andere Partition wurde einfach als Laufwerk D: angezeigt, und ich konnte mein Home-Verzeichnis nicht finden, geschweige denn D: als Home-Verzeichnis mounten. Ich gab auf und beschloss mich darauf zu konzentrieren die Hardware zum laufen zu kriegen.

Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass ich die Treiber, die immer mit der Hardware kommen, herunterladen muss. Normalerweise wegwerfe ich die CDs immer weg. Horror. Deshalb habe ich mir ein LAN-Kabel von meinem Nachbarn geliehen und meinen PC schnell direkt mit dem Router verbunden.

Es wurde schnell deutlich, dass Windows keine Paketverwaltung hat. Ich musste tatsächlich direkt auf die Webseiten der Softwarehersteller und die Programme manuell herunterladen, entpacken und installieren. In einigen Fällen kamen die Pakete als RAR-Datei und es gab keine Programm welches die Dateien extrahieren kann. Das Schlimmste aber ist, dass Windows jedes Mal wenn ich etwas installiert hatte, neu starten wollte.

Nach viel Stunden der Recheche, des Herunterladens und des neu Startens hatte ich meine Hardware endlich am Laufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits das Gefühl der Sklave des Betriebssystems zu sein.

Ich streckte meine externe Festplatte ein, da ich dringend etwas zur Entspannung brauchte. Keine neuen Icons erschienen auf dem Desktop. Stattdessen begann Windows automatisch die Installation der Treiber für die externe Festplatte und informierte mich, dass das Laufwerk einsatzbereit war (nach ein paar Minuten). Von dem Schock erholt blickte ich über den Desktop und bemerkte, dass keine neue Symbole aufgetaucht waren. Nach einer vergeblichen Jagd auf meinem Gerät rief ich den gleichen Kerl an, der mir bei der Kunst des Beziehen von Windows geholfen hatte, um mir neue Hinweise zu geben. Er erklärte, dass meine externe Festplatte eine JFS-Partition hat und deswegen nicht verwenden werden kann. Für die nächsten 15 Minuten war ich in einem Zustand tiefen Schocks. Alle meine Videos unzugänglichen … keine Entspannung am Horizont.

Schließlich beschloss ich auf meinem Linux-System einige der Videos auf einen USB-Stick zu kopieren und sie von dort anzuschauen. Als ich also neu starten wollte beschloss Windows, dass es dringend einige “wichtige Updates” installieren muss und hielt mich für über 10 Minuten auf dem Herunterfahren Bildschirm. Dann beschloss es endlich, dass es höchste Zeit war neu zu starten. Aber dann … oh nein! Mein Bootloader war verschwunden. Ich konnte nicht mehr in mein Linux booten. Welche Art von Bastard Betriebssystem tötet den bestehenden Bootloader? Völlig verrückt!

Nach ein paar Minuten des hantierens mit meiner Linux Mint Live-CD, konnte ich meinen Grub rekonstruieren und konnte die Video-Dateien direkt mit dem Live-System kopieren. Es war Zeit um tatsächlich einen Film zu schauen.

Zurück zu Windows (der Start, der 2 Minuten dauert), den USB-Stick eingesteckt. Und natürlich musste Windows den Treiber für ihn erst installieren. Glücklicherweise musste ich nicht neu starten. Ich klickte auf eine Datei und der Windows Media Player öffnete sich und fragte mich einige dumme Fragen von denen ich keine Ahnung hatte und beschloss dann, dass er keine Matroska-Dateien abspielen kann. Ich rief meinen Freund zu mir um mir zu helfen dieses Problem zu lösen. Er brachte einen USB-Stick mit einigen Codecs und einer ganzen Reihe von Software, von der er dachte wir könnten sie brauchen.

Freund steckt seinen USB-Stick rein und … rate mal. Ja! Windows hatte noch eine weitere Reihe von Treibern für den neue Stick zu installieren. Was zur Hölle läuft falsch mit diesem Betriebssystem …

Wir installierten eine Haufen von 18MB Codecs und danach den treuen VLC Video-Player, und genossen die Show für eine Weile.

Es war Zeit etwas zu Arbeiten. Ich hatte schon festgestellt, dass Windows tatsächlich ohne Terminal-Emulator kommt, ohne Firefox und ohne Vim, das war irgendwie nicht so schön wie es unter Linux ist. Aber was ist mit E-Mail? Ich konnte mit Outlook meine Emails nicht importieren. Ich fragte herum, aber niemand war in der Lage zu helfen. Mein Freund ging schließlich und sagte er habe bessere Dinge zu tun als an einem Betriebssystem herum zu fummeln über das er sehr wenig weiß.

Irgend jemand programmiert diesen Mist. Keine LiveCD? Keine Codecs? Keine Software? Kein Paket-Manager??? Hallo, wir haben 2013, nicht 1993. Ich kann mir nicht einmal vorstellen was passiert wäre, wenn ich etwas aus dem Quellcode kompilieren hätte müssen. Ich habe keine Ahnung wo ich einen Compiler finde …

Ich bin so froh, dass ich zumindest für nichts von diesem Mist bezahlen musste. Sonst müsste ich mich selbst davon überzeugen, dass Windows Linux irgendwie überlegen sein muss, dass ich nicht das Gefühl hätte Geld hinausgeworfen zu haben.

Ich bin wieder auf Linux, weil es funktioniert. Punkt.

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